Bodenfeuchtemessung

Der Boden speichert Niederschlagswasser durch die in den Bodenporen herrschenden Kapillarkräfte. Wenn Niederschlag auf eine Bodenoberfläche trifft, kann das Wasser bei versiegelten Oberflächen oder Starkregen direkt abfließen oder in den Boden infiltrieren.

Die Menge des im Boden gespeicherten Wassers kann mit Sonden gemessen werden. Diese Messsonden erfassen direkt, wie viele Liter Wasser sich pro Volumen im Boden befinden.

Ob und wie schnell Niederschlag in den Boden infiltriert, entscheidet die Durchlässigkeit der Bodenoberfläche. Tonböden können kaum Wasser aufnehmen. Auf einem Lehmboden können ca. 5 bis 25 Liter Wasser pro Stunde infiltrieren, auf Sand mehr als 25 Liter pro Stunde.

Im Sommer fällt die Bodenfeuchte auf sandigem Boden in den obersten 40 cm auf bis zu 4 %. Bei dieser Bodenfeuchte werden die Kapillarkräfte so stark, dass die Pflanzen kein Wasser mehr aus dem Boden aufnehmen könne. Im Winter steigt die Bodenfeuchte auf über 16 %. Der Boden kann die Bodenfeuchte dann nicht mehr gegen die Schwerkraft halten, die Sickerung in tiefere Schichten nimmt deutlich zu und es kommt zu Grundwasserneubildung.

Nachdem Wasser in den Boden infiltriert ist, kann je nach Bodenart eine unterschiedliche Menge Wasser gespeichert und gegen die Schwerkraft gehalten werden (Feldkapazität). Aus diesem Speicher können Pflanzen Wasser für die Verdunstung entnehmen. Steigt die Bodenfeuchte über diesen Wert, sickert das Bodenwasser in tiefere Schichten und kann das Grundwasser auffüllen.

Bei sehr hoher Bodenfeuchte, staut sich Wasser und es kann durch Sättigungsflächenabfluss im Winter oder Frühjahr nach langen Regenperioden Hochwasser entstehen.

An den Bodenfeuchtemessstationen der THL wird die Bodenfeuchte in 4 Tiefen aufgezeichnet: Eine Station befindet sich auf sandigem Boden, eine auf tonigem Boden.

Messdaten:
https://openmeteo.org/stations/d/1470/
https://openmeteo.org/stations/d/1471/

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